24.09.2020

Klimaschutz & Standortstärkung.

Interview mit Staatssekretär Magnus Brunner.

 

Es heißt immer, dass jede und jeder einen Teil dazu beitragen kann, die Umwelt zu schützen. Welchen Beitrag leistet eigentlich die Bundesregierung, um Klimaschutz zu fördern?

Die Bundesregierung macht einiges! Wir haben zum Beispiel kürzlich ein Gesetzespaket zum Ausbau von erneuerbarer Energie entworfen und vorgestellt. Damit wollen wir 100 Prozent sauberen Strom für Österreich erreichen. Das ist das größte Energiepaket für den Klimaschutz seit Jahrzenten.

Das klingt auf jeden Fall gut. Aber inwiefern ist erneuerbare Energie für den Klimaschutz wichtig?

Anders als fossile Energie ist erneuerbare Energie unbegrenzt verfügbar und kann immer wieder eingesetzt werden. Damit wird der globalen Erwärmung entgegengewirkt. Durch den Einsatz erneuerbarer Energie konnten in Österreich allein im Jahr 2016 Treibhausgasemissionen im Umfang von 30,2 Millionen Tonnen vermieden werden!

Windenergie

Und was sind erneuerbare Energien genau?

Erneuerbare Energien kommen aus Quellen, die sich entweder schnell von selbst erneuern oder gar nicht erschöpfen: Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie und Erdwärme stehen uns nachhaltig zur Verfügung. Energie kann auch aus Biomasse – also zum Beispiel Holz oder Bio-Abfall – gewonnen und dann in Form von beispielweise Biogas weiterverarbeitet werden.

Alles klar! Und was soll das neue Gesetzpaket jetzt verändern?

Bis 2030 soll die Stromversorgung zu 100% aus erneuerbaren Energieträgern kommen und bis 2040 soll Österreich ganz klimaneutral werden. Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz gibt den stabilen gesetzlichen Rahmen dafür.

Damit man sich mehr darunter vorstellen kann: Was verändert sich durch das Gesetz genau?

Die Stromerzeugung soll im Bereich der Sonnenenergie um 11 Terawattstunden, im Bereich der Windenergie um 10 Terawattstunden, im Bereich der Wasserkraft um 5 Terawattstunden und im Bereich der Biomasse um eine Terawattstunde erhöht werden. Im Vergleich zu heute ist das eine Steigerung um 27 Terawattstunden und damit 50%.

Sonnenenergie

Wenn sich die Stromerzeugung so sehr verändert, hat das bestimmt auch Auswirkungen auf die Wirtschaft?

Ja und zwar sehr positive! Der Klimaschutz ist ein Motor für unsere Konjunktur: Mit den Maßnahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien wird ein wichtiger Impuls für Wirtschaft und Beschäftigung gegeben. So wird ein positives Investitionsklima sichergestellt.

Aber ist das überhaupt jetzt in der Krise leistbar?

Erneuerbare Energien waren früher tatsächlich teuer, sind es aber jetzt nicht mehr: Investitionen in nachhaltige Ressourcen sind heute wettbewerbsfähig und teilweise sogar billiger als Alternativen.

Das ist vor allem für Unternehmen praktisch. Aber ist das Gesetz auch für Einzelpersonen relevant?

Ja! Alle Menschen in Österreich bekommen mit diesem Projekt die Möglichkeit sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen: Über Energiegemeinschaften können sich Haushalte in Nachbarschaften zusammentun und gemeinsam erneuerbare Energie produzieren und selbst nutzen. Das heißt in Zukunft können Nachbarn, Freunde und Kolleginnen und Kollegen Energie teilen und so bis zu Zwei-Drittel der Netzgebühren sparen. Das sind knapp 100 Euro, die jeder Haushalt im Jahr einsparen kann.

Magnus Brunner

Abschließend: Warum ist dieses Gesetz so wichtig für Österreich?

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ermöglicht allen Menschen und Unternehmen in Österreich einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise zu leisten. Es führt zu ausschließlich sauberem Strom für die Menschen in  Österreich. Fossile Energieträger gehören damit der Vergangenheit an und so werden etwa 10 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Das Gesetz ist nicht nur wichtig für eine nachhaltige und saubere Energiezukunft, sondern gleichzeitig ein zentraler Job- und Wirtschaftsmotor, der 650 Millionen Euro für die österreichische Volkswirtschaft und mindestens 53.000 zusätzliche Arbeitsplätze bringt! Damit werden also Klimaschutz und Wirtschaft gleichermaßen gefördert.

Vielen Dank für das Interview und die Einblicke!

Sehr gerne! Vielen Dank für die Fragen.