13.03.2019

Kurz und Köstinger: "Maßnahmenpaket schafft besseres Miteinander auf den Almen"

Nachdem ein Bergbauer wegen einer tödlichen Kuh-Attacke in Tirol zu Schadenersatz in Höhe von fast 500.000 Euro verurteilt wurde, legt die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket für den Alm-Betrieb vor. Es gehe es aber um mehr, als nur diesen Einzelfall, sondern um einen generellen Verhaltenskodex für Wanderer, der Bergbauern künftig vor derartigen Gerichtsurteilen schützen und ein besseres Miteinander schaffen soll, betont Bundeskanzler Kurz

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Gutes Miteinander wiederherstellen

Nach dem tragischen Wanderunfall in Tirol, bei dem eine Almtouristin durch eine Kuh-Attacke ums Leben kam, sorgte das Gerichtsurteil gegen den Almbetreiber bundesweit für Aufsehen. Fast 500.000 Euro Schadenersatz soll der Bergbauer den Hinterbliebenen nun leisten. Für viele Bauern steht aufgrund dieses Urteils die Schließung ihrer Almen für Touristen im Raum. Um das zu verhindern, will die Bundesregierung mit einem Maßnahmenpaket mehr Rechtssicherheit schaffen. In einer eigens einberufenen Pressekonferenz mit Nachhaltigkeitsministerin Köstinger und Sozialministerin Hartinger-Klein am Montag betont Bundeskanzler Sebastian Kurz: „Es geht uns um mehr, als diesen Einzelfall. Es geht uns um das Miteinander von Almwirtschaft und Tourismus. Und das ist durch dieses Urteil zuletzt in Gefahr gekommen.“ Es sei für Kurz „keine gute Lösung“, die Almen für Touristen zu schließen. Daher habe die Bundesregierung nun ein Paket erarbeitet, um eine gemeinsame Lösung für Bauern und Gäste zu finden. 

Verhaltenskodex für Alm-Touristen

Umweltministerin Köstinger fährt fort: „Wir haben einen Aktionsplan mit einem Verhaltenskodex für Touristen erstellt, der zur Bewertung in einem solchen Verfahren herangezogen wird.“ Mittels Hinweistafeln oder Einzäunungen sollen für die Alm- und Weidewirtschaft bessere Richtlinien entwickelt werden. Die Details werde man mit allen Betroffenen, wie beispielsweise der Landwirtschaftskammer ausarbeiten, stellt die Ministerin klar. 

Mehr Rechtssicherheit schaffen

Auch neu: Es soll im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch ein neuer Paragraph für Tierhaltung für die Weide- und Almhaltung kommen. „Dieses Urteil betrifft viele Landwirte und natürlich auch Touristen auf den insgesamt fast 8000 Hochweiden, wo mehr als 300.000 Rinder in den Frühlings- und Sommermonaten grasen“, so Ministerin Köstinger. Es könne nicht sein, dass immer mehr Bauern überlegen müssten, die Almen zuzusperren. Elisabeth Köstinger: „Uns geht es um mehr Eigenverantwortung in einem guten Miteinander.“ Abschließend kündigt die Ministerin an, dass es auch Evaluierungen im Bereich der Versicherungen geben werde. 

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