28.01.2018

Bogner-Strauß: „Frauen dazu ermutigen ihre Potentiale zu nutzen“

Am Sonntag war Familien-und Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß zu Gast in der ORF Pressestunde. In dem knapp einstündigen Gespräch waren unter anderem die Indexierung der Familienbeihilfe  sowie  der Schutz von Frauen vor gewaltvollen Übergriffen Thema. 

Juliane Bogner-Strauß (c) ÖVP

„Ich bin eine pragmatische Feministin“,  betonte Bogner-Strauß, angesprochen auf die Entscheidung in die Politik einzusteigen. Es gehe darum Lösungen in der Frauenpolitik zu erarbeiten, weil dieser Bereich lange Zeit vernachlässigt wurde. „Ich möchte Frauen vermitteln, dass ich für sie da bin und sie dazu ermutigen ihr Potential zu nutzen.“ Es sei längst an der Zeit das ökonomische Potential von Frauen zu erkennen. Die Volkspartei gehe hier mit der Einführung eines Reisverschlusssystems zur Erreichung eines ausgeglichenen Frauen-Männer-Verhältnisses als Vorbild voran. 

Gewalt an Frauen Resultat patriarchaler Strukturen 

Gewalt an Frauen sei keine Frage der Herkunft der Täter, sondern ein Resultat patriarchaler Gesellschaftsstrukturen und ungleicher Machtverhältnisse zwischen Frau und Mann. Frauen hätten oft nicht die finanziellen Mittel, um sich aus einer Gewaltbeziehung zu lösen. Sie selbst fühle sich „als liberaler Freigeist“ und wolle Frauen dazu ermutigen „unabhängig und selbstbestimmt zu leben“. 
Als konkrete Maßnahme zum Schutz von Frauen vor Gewalt nannte die Frauenministerin die Einführung einer dreistelligen Notrufnummer, die künftig in Notsituationen gewählt werden kann. „Mir ist es wichtig Frauen dort zu helfen, wo sie umgehend Hilfe brauchen.“ Aus diesem Grund habe sie auch 200.000 Euro aus dem Frauenbudget  in Richtung Opferschutz umgeschichtet. 

Indexierung „Frage der Fairness“

Die erst kürzlich von der Bundesregierung eingeführte Indexierung der Familienbeihilfe für im EU-Ausland lebende Kinder verteidigte Bogner-Strauß: „Uns geht es darum, dass wir Kinder gleich behandeln, da geht nicht um die Staatsbürgerschaft.“ Es gehe bei der Indexierung der Familienbeihilfe  um „Fairness“. Die Lebenserhaltungskosten in Osteuropa seien  „wesentlich niedriger“, deswegen würde eine Anpassung der Familienbeihilfe an diese auch Sinn machen. Österreich stehe mit  dieser Haltung nicht alleine da. „Es gibt viele Staaten, die das auch als Fairnessdebatte führen, wie zum Beispiel die Niederlande und Irland“, so Bogner-Strauß abschließend.