05.03.2019

Ethikunterricht: „Ethisches Fundament für die nächsten Generationen schaffen“

Faßmann/Kurz (c) BKA

Mit dem verpflichtenden Ethikunterricht setzt die Bundesregierung eine lang geforderte und diskutierte Maßnahme um. Ab dem Schuljahr 2020/21 gilt sie für alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen.

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„Setzen wir doch diesen einen Schritt. Er ist so wesentlich in einer Gesellschaft, wo die normgebende Kraft der Kirche abnimmt und wo man ein gemeinsames Fundament des Miteinanders braucht“, so Bildungsminister Heinz Faßmann im Rahmen einer Pressekonferenz. Der Ethikunterricht bringt eine verpflichtende Alternativstunde für den konfessionellen Religionsunterricht. Schülerinnen und Schüler, die vom Religionsunterricht abgemeldet sind, oder diesen aufgrund von Konfessionsfreiheit nicht besuchen, sollen künftig daran verpflichtet teilnehmen. 

Betroffen sind Schüler in allgemeinbildenden höheren und berufsbildenden Schulen. Ziel des Ethikunterrichts sei es, Schülern und Schülerinnen eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen philosophischen, kulturellen und religiösen Weltbildern zu eröffnen. Laut Faßmann werde man dabei auf die Themen Toleranz, Nachhaltigkeit und Respekt Schwerpunkte setzen. Es gehe aber auch um ein Kennenlernen der unterschiedlichen Weltreligionen. „Der Ethikunterricht ist ein umfassender Unterricht, der auch Schnittstellen zu Religion und Philosophie hat“, so Faßmann. 

„Es wundert mich wieso es so lange gedauert hat diesen einzuführen“, so Faßmann. Die Reform wird bereits seit den 1990er-Jahren als Schulversuch in der Praxis erprobt. Nachdem der Rechnungshof schon im Jahr 2015 eine Überführung der Schulversuche in den Regelbetrieb empfohlen hat, setze diese Regierung die Empfehlung endlich in die Realität um, betonte Faßmann.

Laut Faßmann werde das Wochenstundenausmaß des Ethikunterrichts jenem des Religionsunterrichts entsprechen. Die Maßnahme tritt  ab dem Schuljahr 2020/21 in Kraft. Das Bildungsministerium geht davon aus, dass dafür ca. 1.300 Lehrkräfte weiterqualifiziert werden müssen.

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