30.01.2019

Foto auf der E-Card: „Missbrauch entgegenwirken“

Die Bundesregierung hat im heutigen Ministerrat weitere Details zur Umsetzung einer fälschungssicheren Version der E-Card auf den Weg gebracht. Ab 2020 werden alle E-Cards verpflichtend  mit einem Foto ausgestattet. 

Kurz_Ecard (c) BKA

„Mit dem Foto auf der E-Card setzen wir ein weiteres Versprechen um, das wir im Wahlkampf gegeben haben“, so Bundeskanzler Sebastian Kurz im Pressefoyer nach dem Ministerrat. Konkret gehe es darum „sozialen Missbrauch entgegenzuwirken“. Derzeit würden knapp 200.000 Karten verloren gehen. Das Foto als Identitätsnachweis sei „eine wichtige Maßnahme gegen die missbräuchliche und unberechtigte Inanspruchnahme von Sozialversicherungsleistungen“, betonte Kurz. 

"Kostenloses Identitätsdokument"

Laut Sozialministerin Beate Hartinger-Klein sei die Idee hinter dem Foto auf der E-Card der Kampf gegen Korruption. Die Maßnahme würde aber auch Erleichterungen für Ärzte bringen, weil Bürokratiehürden abgebaut werden. Zudem sei die neue E-Card ein „kostenloses Identitätsdokument“. 

Neuregelung ab 1.1.2020

Ab 1.1.2020 bekommen 80 Prozent aller Karteninhaber automatisch eine neue Karte mit Fotos. Dabei greift die Sozialversicherung auf Bilder bestehender Register zurück – etwa vom Reisepass oder vom Personalausweis. Ausgenommen von der Pflicht zum Foto sind Menschen über 70 Jahre und ab Pflegestufe  4. 

Die Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, Ingrid Korosec, empfiehlt jedoch auch allen über 70-Jährigen das Angebot des Fotos auf der E-Card in Anspruch zu nehmen: „Hier empfehle ich, dieses Angebot anzunehmen, um die E-Card auch als Ausweis  verwenden zu können“, zumal damit keine weiteren Kosten verbunden sind.

Die Kosten für die E-Card Reform belaufen sich laut Bundesregierung auf 2,6 Millionen Euro im heurigen Jahr und zusätzlichen 8 Millionen 2020. Getragen werden sie von Bund und Sozialversicherung. Bis 2023 sollen alle fotolosen E-Cards, die derzeit im Umlauf sind, ausgetauscht sein.