23.08.2019

Maßnahmenpaket "Religion in der Schule"

Der konfessionelle Religionsunterricht an unseren Schulen ist eine Bereicherung unseres Bildungssystems. Gleichzeitig ist uns aber wichtig, dass dieser Unterricht ohne Einfluss staats- oder demokratiefeindlicher Ideologien stattfindet. 

Wir stehen vor großen integrationspolitischen Herausforderungen in Österreich – vor allem in der Bundeshauptstadt Wien. Wir müssen diesen Herausforderungen aktiv begegnen.

– Gernot Blümel

Als neue Volkspartei haben wir ein klares Programm, wie wir bei den Herausforderungen ansetzen wollen:

  • Ausweitung des Kopftuchverbots an Schulen

Gerade im schulischen Bereich ist es wichtig, Schülerinnen und Schülern einen Raum fernab von gesellschaftspolitischen Zwängen zu bieten. Das Kopftuch ist dabei ein deutlich sichtbares, demonstratives Symbol, das Schülerinnen und Schüler politisch beeinflussen kann. Lehrerinnen mit Kopftuch stellen dadurch eine gewisse weltanschauliche Haltung dar und propagieren ein Gesellschaftssystem, in dem die Rolle der Frau nicht dieselbe ist, wie in unserer westlichen, aufgeklärten Gesellschaft. Deshalb wollen wir, dass Lehrerinnen in der Schule kein Kopftuch tragen.

In den vergangenen Jahren haben wir ein Kopftuchverbot für Kinder im Kindergarten und in der Volksschule auf den Weg gebracht, denn gerade junge Mädchen aus islamisch geprägten Familien stehen oft unter Druck und sozialem Zwang. Aber erst im Alter von 14 Jahren sind die Mädchen religionsmündig und können selbst entscheiden, ob sie ein Kopftuch tragen wollen, oder nicht. Um sie in der sensiblen Phase zwischen 10 und 14 Jahren zu schützen, wollen wir das Kopftuchverbot bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres ausweiten. So können wir unsere Kinder und Jugendliche vor Stigmatisierung schützen und auch helfen, den Zwang und sozialen Druck auf junge Mädchen zu verhindern.

Für uns ist es wichtig, den Mädchen ganz früh diese Freiheit einzuräumen, deshalb auch das Kopftuchverbot. Es geht darum, dass Mädchen frei von Zwängen aufwachsen und so früh wie möglich integriert werden.

– Juliane Bogner-Strauß

  • Ethikunterricht

Es ist uns wichtig, dass keine Schülerin und kein Schüler in unserem Land die Schule verlässt, ohne sich mit den Grundfragen unseres Zusammenlebens und den Grundwerten unserer liberalen Demokratie auseinanderzusetzen, insbesondere aufgrund der zunehmend pluralistischen Gesellschaft in Österreich und auch in Europa. Deshalb ist uns wichtig, dass rasch ein Ethikunterricht für all jene eingeführt wird, die sich vom Religionsunterricht abgemeldet haben.

  • Mehr Kontrolle im islamischen Religionsunterricht

Ein weiteres wichtiges Thema, das wir angehen wollen, ist der islamische Religionsunterricht. Derzeit unterliegen islamische Schulbücher keiner staatlichen Kontrolle auf Tendenzen wie Staats- oder Demokratiefeindlichkeit oder vor allem auch integrationsfeindliche Inhalte. Wir wollen hier ansetzen und eine Prüfung durch das Bildungsministerium in Zusammenarbeit mit dem Kultusamt einführen.  Wir wollen dadurch sicherstellen, dass gesetzliche Standards und unsere grundlegenden Werte der Verfassung eingehalten werden.