21.02.2019

USA-Reise des Bundeskanzlers:

Kurz traf US-Präsident Trump

Bundeskanzler Sebastian Kurz traf im Zuge seiner USA-Reise in Washington D.C. zunächst auf US-Außenminister Mike Pompeo sowie einen Tag später US-Präsident Donald Trump, welcher die „großartigen Beziehungen“ der beiden Länder lobte. Abschließend gab es noch ein „Private Dinner“ mit Ivanka Trump und Jared Kushner. 
Kanzler Kurz mit Präsident Trump (c) BKA

Treffen mit Präsident Trump im Oval Office
"Ich muss Ihnen sagen, dass er ein sehr junger Regierungschef ist. Sie sind ein junger Mann, was ziemlich gut ist", lobte der US-Präsident Sebastian Kurz bei dem Presse-Briefing im Oval Office. Donald Trump betonte auch die „großartigen Beziehungen der beiden Länder. "Österreich ist im Vergleich zu den USA ein kleines Land, aber ein schönes Land, welches sich im Herzen der Europäischen Union befindet", betonte Sebastian Kurz. Das mehr als einstündige Treffen zwischen dem US-Präsidenten und dem österreichischen Bundeskanzler fand am frühen Mittwochnachmittag statt. Bundeskanzler Kurz ist damit der erste österreichische Kanzler seit 2005, der ins Weiße Haus geladen wurde. Nachdem sich der Kanzler ins Gästebuch im „Roosevelt-Room“ eingetragen hat, empfing ihn Präsident Donald Trump zu einem Vier-Augen-Gespräch im Oval Office, das zu einem Treffen der Delegationen der beiden Nationen überging. Mit dabei waren unter anderem Vizepräsident Mike Pence, Außenminister Mike Pompeo, Energieminister Rick Perry, Trumps Stabschef Mick Mulvanea sowie die Trump-Berater Larry Kudlow und John Bolton. 

Intensive Arbeitsgespräche zu globalen Themen
Bei dem 70-minütigen Arbeitstreffen wurden verschiedene Themen besprochen, unter anderem die Kosovo-Frage, der Islamische Staat, der Nordkorea-Konflikt oder die Beziehungen mit Russland. Auch die Energiepolitik stand auf der Agenda, wobei sich US-Präsident Trump vor allem vom hohen Anteil der Wasserkraft in der Alpenrepulik begeistert zeigte. In Bezug auf einen möglichen Gebietsaustausch zwischen dem Kosovo und Serbien erklärte Österreichs Regierungschef: "Wenn sich beide Staaten auf etwas einigen, sollten wir Europäer nicht im Weg stehen und die Amerikaner genauso wenig". Uneinigkeit zwischen dem US-Präsidenten und dem österreichischen Bundeskanzler gab es beim Handelsstreit zwischen der Europäische Union und den Vereinigten Staaten, beide Seiten zeigen sich jedoch weiterhin gesprächsbereit und hoffen auf einen Deal. „Ich glaube, dass grundsätzlich die US-Administration ein Interesse an guten Beziehungen hat, aber in vielen Sachfragen sind wir unterschiedlicher Meinung“ hielt der Sebastian Kurz fest. "Wir erwarten uns auch Verständnis für die österreichische Situation, die aufgrund unserer Geschichte, aufgrund unserer guten, friedlichen Nachbarn anders ist als in anderen Teilen dieser Welt“, erklärte der Bundeskanzler. 

Abendessen mit Außenminister Pompeo
Bereits kurz nach der Landung der Linienmaschine der Austrian Airlines am Dienstag in D.C. stand als erster Programmpunkt des großen USA-Besuchs von Bundeskanzler Sebastian Kurz ein Abendessen mit dem amerikanischen Außenminister Mike Pompeo im State Department auf dem Programm. Im Mittelpunkt des Treffens stand ein "Austausch zu außen-und geopolitischen Fragen", berichtete Kurz. Es sei positiv, dass die USA im Nahost-Konflikt aktiv sei. Daneben ging es auch um viele Sachfragen, in denen Europa und die USA unterschiedliche Auffassungen haben.  "Im Fokus standen vor allem Themen, bei denen wir unterschiedliche Auffassungen haben, wie der Kampf gegen den Klimawandel, der Einsatz gegen Protektionismus und für einen fairen und gerechten Handel im Sinne der österreichischen Wirtschaft sowie globale Fragen, wie die Abrüstung von Atomwaffen", betonte Kurz.

Zuhause bei Ivanka Trump und Jared Kushner
Einen eher ungewöhnlichen Termin gab es zum Schluss: Bundeskanzler Kurz war zum privaten Dinner mit Präsidententochter Ivanka Trump und ihrem Mann Jared Kushner in ihrer Washingtoner Residenz geladen. Dabei ging es vor allem um den Nahost-Konflikt. Organisiert hat dieses Treffen US-Botschafter Trevor Traina. Bevor er in den Flieger zurück nach Österreich stieg, nahm Kurz auch noch an einer Redaktionskonferenz der weltweit bekannten „Washington Post“ teil.